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Standort 5: Gildenhaus und Kaiserliche Post

Das Gildehaus war ursprünglich „Kirchenhaus“ für die Gutsherren von Schrevenborn. 1560 wurde hier von den Patronen der Kirche die Gilde als „Große Kirchen- und Brandgilde“ neu gegründet (gestiftet). Von der Zeit an hat die Gilde bis 2014 dort immer ihren Kommers gefeiert, daher kam der Name „Gildehaus“. In den Jahrhunderten wurde das Haus mehrfach renoviert und restauriert. Eine größere Renovierung gab es Anfang 1927, die bis Pfingsten abgeschlossen war. Die Nachfolgegilde war die „Windgilde“, die mit einem Festakt die Einweihung des Hauses mit vielen prominenten Gästen feierte.

In der Nacht vom 24. zum 25.09.1965 brannte das Gildehaus bis auf die Grundmauern ab. Viele Schönkirchener meinten, ein Wiederaufbau lohnt nicht. Mit der Unterstützung des damaligen Leiters des Freilichtmuseums in Kiel, Prof. Kamphausen bauten prominente Schönkirchener Bürger wie Hermann Kistenmacher, Willi Seemann, Hermann Doormann, Helmut Kulse, Karl Witt, Karl Georg Kahl, Albert Zimprich, Mitglieder der Gilde u.a.m. das Haus wieder auf. Nach zweijähriger Pause konnte die Gilde ihren Kommers dort wieder feiern. Anfang 1980 kaufte der Wurstfabrikant Rolf Pfeifer das Gildehaus und renovierte die gesamte Inneneinrichtung nach den Bestimmungen des Denkmalschutzes. Heute finden dort in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.

Das Gildehaus

Hermann Kistenmacher beschreibt in einem Bericht 1994 das damalige Leben und Treiben und Räuchern im Gildehaus:

Ein Problem waren im Frühjahr die Fliegen und zum Teil auch die Mäuse. Gegen die Fliegen, auf dem Lande gab es viele davon, wurde alles in Beutel, gut zugebunden, verpackt. Trotzdem kam es vor, dass wir hören konnten, wie die Maden drinnen am Knochen schmatzten. Versicherungen gab es für so etwas nicht, und man hatte seine liebe Not mit der Kundschaft. Katzen gab es zwar, auch im Hause, aber beim Mäusefangen waren sie nicht besonders eifrig. So mussten überall auf den Zufahrtswegen zum Räucherfleisch, sprich Balken, Fallen aufgestellt werden. Diese wurden festgebunden und wenn sich über Nacht etwas gefangen hatte, hingen sie schön von der Decke runter. Selbst dem Hund, der die Köstlichkeiten bewachen sollte, mussten wir sehr „auf’s Maul schauen“. Weil, bevor alles unter die Decke gehängt wurde, alles schön frisch auf Tischen bereitlag.

Ein plattdeutsches Gedicht des Hamburger Heimatforscher Theodor Möller:

Kümmst Du inn dat Gillhus,
Datt is keen Schmuus,
Denkst Du in Schönkirchen
Ist datt wie inn Märchen.
Inn oole Tieden, ach so wieden,
Wars Du trüch versett.
Stells denn Foot Du in dat Fleett,
Möch datt doch so blieven,
ok för künftige Tieden.

Kaiserliche Post

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